Adrian Sauer

Mit Disziplin zum Gipfel

Adrian Sauer fährt auf einem Mountainbike über eine Rennpiste. Foto: privat
Über Stock und Stein: Adrian Sauer auf seinem Mountainbike

Täglich üben, Ausdauer beweisen, sich bergauf kämpfen – auch wenn der Weg mal steiniger wird: Als ehemaliger Leistungs-Mountainbiker ist Adrian Sauer sportliche Anstrengungen gewohnt. Von 2008 bis 2013 trainierte der 28-Jährige aus Oberkirch im Schwarzwald als Cross-Country-Rennfahrer im baden-württembergischen Landeskader, startete in der Mountainbike-Bundesliga und trat sogar für das deutsche Nationalteam bei Weltcuprennen in die Pedale.

Genauso viel Ehrgeiz steckte er ab dem Wintersemester 2015 zunächst in ein Bachelorstudium, dann in ein Masterstudium im Fach Wirtschaftswissenschaft an der FernUniversität in Hagen. Trotz eines Vollzeitjobs erbrachte er die Studienleistungen insgesamt in sechs Semestern – Höchstgeschwindigkeit. Für seine Masterarbeit wurde er im November 2019 mit dem Enervie-Preis ausgezeichnet. Den Abschluss erlangte er neben seiner Promotionsstelle in einem Unternehmen für Medizintechnik.

Zielstrebig wie im Sport

Natürlich durfte auch bei der Masterarbeit die Effizienz nicht zu kurz kommen. Adrian Sauer erforschte den optimierten Betrieb eines Batteriespeichersystems aus gebrauchten Autobatterien. Das Auswahlgremium war sich schnell einig, dass die Arbeit aus allen eingereichten Masterarbeiten qualitativ herausstach.

Seine eloquente Herangehensweise führt Sauer vor allem auf seine Erfahrungen aus dem Sport zurück: „Vom Radfahren konnte ich diese ganze Zielstrebigkeit und Konsequenz ins Fernstudium mitnehmen.“ Zielstrebigkeit, die sich lohnt: Für seine Lernleistung auf Profiniveau vergab die FernUniversität bereits Anfang des Jahres 2017 ein Deutschlandstipendium. Die Förderung verstand er schon damals als zusätzlichen Ansporn: „Es motiviert mich, zu sehen, dass auch andere meine Arbeit wertschätzen.“

Nach dem Master ist vor dem Bachelor

Erfolg hatte Sauer allerdings schon an der Präsenzuni: Im Wintersemester 2014/15 erlangte er seinen Master im Fach Maschinenbau am Karlsruher Institut für Technologie. Damals im Erststudium entschied sich der Radsportler auch, seine Karriere als Rennfahrer zu beenden und nur noch in der Freizeit aufs Mountainbike zu steigen: „Ich wollte im Studium einfach keine Kompromisse machen“, erklärt er – eine Maxime, die für den Fernstudenten noch heute gilt.

Foto: FernUniversität
Der Deutschlandstipendiat Adrian Sauer bei einem Besuch im Hagener Kunstquartier.

Doch es ist auch die hohe Motivation der Kommilitoninnen und Kommilitonen, die Adrian Sauer immer wieder antreibt. Für ihn liegt in der allgemeinen Leistungsbereitschaft sogar ein besonderes Merkmal der FernUniversität. „Das Schöne am Fernstudium ist, dass hier alle so richtig Bock darauf haben, zu lernen. An der FernUni sagt man: Ich studiere für mich! Die Leute müssen nicht, sie wollen!“, freut sich der Stipendiat über das gute Lernumfeld, das ihm so gut gefällt, dass er jetzt noch ein Bachelorstudium in Mathematik draufsetzt.

Immer in Bewegung

Wie verzahnt Studium und körperliche Betätigung für den begeisterten Mountainbiker sind, zeigen seine teils unkonventionellen Ansäte: Bei speziellen Lern-Spaziergängen „geht“ er den Stoff gerne mitten in der Natur noch mal durch. „Ansätze wie diese habe ich im Fernstudium extrem intensiviert“, verrät Sauer. „Ich habe auch ständig irgendwelche Wettkämpfe am Laufen.“ In einer Lern-Challenge mit einem Kumpel heißt es aktuell: Wer bekommt in einer Woche mehr Lernstunden zusammen?

Doch mehr noch als über einen Wochensieg in der Lern-Challenge freut sich Sauer, wenn er seine Strategien auch anderen vermitteln kann. „Ich könnte mir gut ein regelmäßiges Forum vorstellen, um sich mit anderen über Lernstrategien und Motivation auszutauschen. Gerade für Fernstudierende wäre so ein Art Werkzeugkasten mit unkonventionellen Techniken sicher extrem sinnvoll.“

Stand: November 2019

Benedikt Reuse | 18.11.2019