„Der Mensch steht beim Einsatz von Technologien im Mittelpunkt“
Prof. Dr. Claudia de Witt, die zum 1. April Prorektorin für Lehre, Studium und Künstliche Intelligenz (KI) in Bildungsprozessen wird, stellt sich im Kurzinterview vor.

Seit Oktober 2004 ist Claudia de Witt Professorin für Bildungstheorie und Medienpädagogik an der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität.
FernUniversität: Warum sind Sie für das Amt der Prorektorin angetreten?
Prof. Claudia de Witt: Ich habe eine Leidenschaft dafür, Lehr- und Lernprozesse mit digitalen Medien zu gestalten. KI und Learning Analytics in alle Studiengänge zu integrieren, ist eine spannende Herausforderung. Das Amt als Prorektorin ist für mich das Highlight meiner akademischen Karriere und rundet sie ab. Mein Weg führte mich von der studentischen Hilfskraft über die Stelle als wissenschaftliche Assistentin bis hin zur Professur. In der ganzen Zeit habe ich mich sehr in der Gremienarbeit engagiert, 13 Jahre den Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft geleitet und das Thema mobiles respektive digitales Lernen und – natürlich auch – Lehren vorangetrieben. An der FernUni habe ich etwa die Lernplattform Moodle eingeführt, aus meinem Lehrgebiet heraus flächendeckend für die ganze Uni.
Worauf legen Sie Ihre inhaltlichen Schwerpunkte?
Unsere Studiengänge sollen attraktiv, offen und wettbewerbsfähig bleiben. Ich setze mich dafür ein, KI in die Lehre zu integrieren – in den Curricula zu verankern. Studierenden wie Lehrenden möchte ich den verantwortungsvollen Umgang damit näherbringen – auch im Hinblick auf Prüfungen. Zudem möchte ich neue Lehr-/Lernformate entwickeln, in denen die Potenziale von KI zum Tragen kommen und KI-Kompetenzen gefördert werden. Dabei stehen der Mensch und ein reflektierter, datenschutzkonformer Einsatz der Technologien im Mittelpunkt. Das liegt mir als Bildungswissenschaftlerin besonders am Herzen.
Wie wollen Sie Ihre Ziele erreichen?
Ich möchte mit möglichst vielen ins Gespräch kommen. Veränderungen gelingen nur gemeinsam, deshalb ist der Dialog wichtig: mit den Studierenden ebenso wie beispielsweise mit den Studiendekanen oder dem ZLI und ZDI. Wir haben eine gute Infrastruktur an der FernUni. Darüber hinaus möchte ich an laufende Projekte anknüpfen und bewährte Formate wie das Netzwerk Lehre, die Community of Practice oder den EduTalk fortführen und mit neuen Ideen die Sichtbarkeit der FernUni im Bereich KI für Lehre und Studium weiter ausbauen. Außerdem kann ich Netzwerke nutzen, in denen ich bisher schon aktiv war: vom Forschungszentrum CATALPA über externe wie die TaskForce KI vom Stifterverband, das Projekt KI Campus und die Kooperation mit KI:edu.nrw.
Wie verbindet sich das Amt mit Ihrer Professur?
Das Prorektorat ist für mich ein weiteres optimales Anwendungsfeld meines beruflichen Schwerpunkts. Ich beschäftige mich seit langem mit medienpädagogischen Themen, mit der Didaktik für multimediales Lehren und Lernen und kann nun meine Erfahrung gezielt – aus einer neuen Perspektive – in die Gestaltung der Lehre an der FernUni einbringen.
Was wird Ihre erste Amtshandlung als Prorektorin sein?
Ich möchte einen ersten Entwurf für eine KI-Strategie entwickeln, um eine gemeinsame Vision zu schaffen, wo für uns als FernUni die Potenziale liegen und wie wir KI und Learning Analytics für Studium und Lehre nutzen können.
Zur Person
Prof. Dr. Claudia de Witt (geb. 1962) hat ihr Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie an der Universität Dortmund absolviert, an der sie auch promovierte und sich habilitierte. An der FernUniversität war sie u.a. Mitglied des Senats, Vorsitzende der Technologiekommission und Prodekanin der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften. Zudem ist sie Mitglied im Leitungsteam des Forschungszentrums CATALPA und der TaskForce KI in der Hochschulbildung des Stifterverbands.