Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung an der FernUniversität

Foto: Joerg Koch
 

Abschlussbericht

Foto: FernUni


Der Abschlussbericht zur durchgeführten Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GBU-Psyche 2023) an der FernUniversität in Hagen aus dem Jahr 2023 im Auftrag der Kanzlerin steht jetzt im Download zur Verfügung.

Cover Abschlussbericht GBU-Psyche 2023Foto: FernUni

 

Gute Arbeitsbedingungen


fördern und erhalten die Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten.
Zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen und ggf. Planung und Initiierung geeigneter Maßnahmen zu deren Verbesserung führt die FernUniversität eine sogenannte „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ (GBU-Psyche) nach dem Arbeitsschutzgesetz durch. Ziel ist es, mögliche Fehlbelastungen sowie Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren, um Gesundheit, Wohlbefinden und Motivation der Beschäftigten zu fördern.

Die GBU-Psyche ist also die systematische Analyse betrieblicher Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten.

Betrachtet werden:

  • Arbeitsplatz/Arbeitsumgebung
  • Arbeitsaufgabe/Qualifizierung
  • Arbeitsorganisation/Arbeitsabläufe
  • soziale Beziehungen/Kommunikation

Die Durchführung dient insbesondere folgenden Einzelzielen:

  • Erhalt und Steigerung der Arbeitszufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Motivation
  • Verbesserung von Arbeitsabläufen und Effektivität
  • Erhöhung von Führungskompetenzen
  • Erschließung und Förderung von Potenzialen und Ressourcen
  • Förderung des Betriebsklimas und der Zusammenarbeit
  • Fehlzeitenreduzierung
  • Verbesserung der Kommunikation und Kooperation

Was sind psychische Belastungen?


Im Arbeitsalltag sind die Menschen verschiedenen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, die auf sie einwirken. Einflüsse, die psychisch auf den Menschen einwirken, nennt man psychische Belastungsfaktoren.
Psychische Belastungsfaktoren sind zunächst einmal weder positiv noch negativ zu verstehen. Während sich gut gestaltete („belastungsoptimierte“) Arbeitstätigkeiten gesundheitsförderlich und motivierend auf die arbeitende Person auswirken, können ungünstig gestaltete Arbeitsplätze krank machen.

Beispiele für psychische Belastungen sind:

  • Zeitdruck
  • Über- oder Unterforderung
  • Störungen in den Arbeitsabläufen
  • ein schlechtes Betriebsklima

Unterstützungsfaktoren sind:

  • Unterstützung durch Kolleg*innen
  • Handlungsspielräume
  • Feedback und Anerkennung

Wie ist psychische Belastung überhaupt messbar?


Aus einem Ungleichgewicht zwischen äußeren Belastungen und Anforderungen (Stressoren) und den verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten kann Stress als eine mögliche kurzfristige oder langfristige Beanspruchungsfolge resultieren. Da es nicht möglich ist, psychische Belastungen mit Geräten zu messen, bleibt letztendlich nur, die Beschäftigten zu befragen.


Wer ist verantwortlich für die Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung?


Unternehmen sind gemäß Arbeitsschutzgesetz, §5 dazu verpflichtet, auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz in einer Gefährdungsbeurteilung zu erfassen. Mit der Durchführung und Koordinierung der GBU-Psyche wurde an der FernUniversität die Stabsstelle Arbeits- und Umweltschutz (StAuU) betraut und ein übergreifendes Kompetenzteam eingerichtet. Das Kompetenzteam setzt sich aus Kolleg*innen der Stabsstelle Arbeits- und Umweltschutz, einer Arbeits- und Organisationspsychologin sowie der betrieblichen Sozialberatung zusammen.


Wie wird das Vorgehen aussehen?


Der Prozess umfasst folgende Schritte:

  • Festlegung von Analyseeinheiten: Betrachtet werden gleichartige Tätigkeiten (z. B. in Abteilungen oder Teams).
  • Mitarbeitendenbefragung: Es findet eine Befragung der Beschäftigten zu ihren Arbeitsbedingungen (anonymisiert, online, zeitlicher Umfang ca. 15 Minuten) statt. Nach dem im Jahr 2022 erfolgreich durchgeführten Pilotprojekt mit einigen ausgewählten Organisationseinheiten an der FeU, wird die Befragung der Mitarbeitenden zu psychischen Gefährdungen im Sommer/Herbst 2023 als Roll-out auf alle Mitarbeitenden ausgeweitet. Da die Befragung von knapp 1.900 Mitarbeitenden auf einmal schwierig zu bewältigen ist, findet die Umsetzung in zwei zeitlich versetzten Befragungsrunden statt.
  • Rückmeldung: Es erfolgt eine vertrauliche Auswertung der Befragungsergebnisse innerhalb des Kompetenzteams und Rückmeldung der Ergebnisse anhand standardisierter Ergebnisberichte an alle Mitarbeitenden.
  • Maßnahmenableitung: Sollten psychische Gefährdungen identifiziert werden, so werden gemeinsam mit den jeweiligen Mitarbeitenden mögliche Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt.

Was ist meine Rolle dabei?


Um ein möglichst genaues Bild von Ihrer Tätigkeit zu bekommen, brauchen wir Sie als Fachleute! Das Gelingen der psychischen Gefährdungsbeurteilung an der FernUniversität ist maßgeblich davon abhängig, dass Sie sich aktiv an der Mitarbeitendenbefragung beteiligen. Wichtig hierbei ist, dass nicht Sie als Beschäftigte*r analysiert werden sollen, sondern Ihre Tätigkeit und die damit verbundenen charakteristischen Bedingungen, unter denen Sie Ihre Tätigkeit ausüben. Genau deshalb brauchen wir Ihre Kenntnisse und Einschätzungen.


Wie wird der Datenschutz sichergestellt?


Die GBU-Psyche lebt von der aktiven Teilnahme aller Beschäftigten. Darum ist es wichtig, bei der Teilnahme ein gutes Gefühl zu haben und sicher zu sein, dass der Datenschutz gewährleistest ist. Die Beantwortung der Mitarbeitendenbefragung erfolgt selbstverständlich freiwillig und anonym. Alle Antworten werden streng vertraulich behandelt und Resultate der Befragung nur gesammelt rückgemeldet. Das bedeutet, dass die Ergebnisse für eine Analyseeinheit (z. B. ein Team) gemittelt und auch nur dann zurückgemeldet werden, wenn mindestens fünf Beschäftigte ihre Antworten abgegeben haben. So wird sichergestellt, dass einerseits Rückschlüsse auf die Antworten einzelner Personen nicht möglich sind und andererseits die Ergebnisse auch repräsentativ, also aussagekräftig sind.

Bitte beachten Sie auch die weiterführenden Informationen zum Datenschutz auf unserer Website.


Terminplanung für die Umsetzung der GBU-Psyche in der FernUniversität

 
 

Wo finde ich weiterführende Informationen?

Es ist uns wichtig, Sie möglichst umfassend zu dem Vorgehen zu informieren, um mögliche Bedenken auszuräumen und Sie für die Teilnahme zu gewinnen. Ausführlichere Informationen finden Sie hier:

 
 

Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich gerne

an das Kompetenzteam:
E-Mail: gbupsyche

oder die betriebliche Sozialberatung:
Anna Appelhagen
E-Mail: anna.appelhagen