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Das Ende der ODR-Plattform

[12.03.2025]

Über das Ende der ODR-Plattform berichtet DisputeResolution in ihrer Ausgabe 1/2025. Die Europäische Union hat die Abschaltung der Online-Streitbeilegungsplattform (Online Dispute Resolution/ODR-Plattform) zum 20.07.2025 beschlossen. Ab 20.03.2025 werden keine neuen Beschwerden über die Plattform mehr entgegengenommen. Die neun Jahre junge Plattform hat ihr Ziel verfehlt, Verbrauchern effektiv bei der außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten mit Onlinehändlern zu helfen. Verbraucher nutzten die Plattform kaum – und wenn doch, war der Händler in der Regel nicht zu einer außergerichtlichen Streitbeilegung bereit.


Die ODR-Plattform basiert auf Verordnung (EU) Nr. 24/2013 (ODR-VO). Nach dem Willen des Verordnungsgebers sollte die ODR-Plattform Verbrauchern und Onlinehändlern als einfaches Mittel dienen, um eine formelle Beschwerde gegen den Vertragspartner einzureichen und eine außergerichtliche Streitbeilegung zu initiieren. So sollte das Vertrauen der Verbraucher in den EU-Binnenmarkt gestärkt und ihre Sorge vor grenzüberschreitenden Streitigkeiten gemindert werden. Die Plattform schlägt den Parteien geeignete Streitbeilegungsstellen vor und verweist die Streitigkeit an die gewählte ADR-Stelle. Zudem soll sie die Kommunikation erleichtern und Sprachbarrieren für die Beteiligten beseitigen.

So jedenfalls die Theorie. In der Praxis waren Onlinehändler nur in etwa 2% der über die ODR-Plattform eingereichten Verbraucherbeschwerden zur außergerichtlichen Streitbeilegung bereit.

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Quelle: Raguse/Rammos/Schmalenberger, DisputeResolution, Ausgabe 1/2025, 12.03.2025.

Friedrich Dauner | 17.03.2025