14. Studienwoche Literatur- und Medienwissenschaft 2020

Seminar: Das Tabu der Analität

Leitung: Dr. Vanessa Höving

Termine: Montag, 25. Mai bis Donnerstag, 28. Mai, jeweils von 15:15-16:45 Uhr

Raum: Wird noch bekannt gegeben.

Erläuterungen:

Fassen wir Literatur als Kulturleistung, die mit Grundbedingungen des Menschlichen befasst ist, wundert es kaum, dass sie auch tabuierte Themen wie etwa Körpervorgänge verhandelt. Neben der – nur auf den ersten Blick weniger tabubehafteten – Nahrungsaufnahme betrifft dies vor allem Stoffwechsel- und Ausscheidungsprozesse, die gemeinhin als abjekt und ekelbehaftet gelten.

Dem Tabu der Analität widmet sich das Seminar aus verschiedenen literatur- und kulturtheoretischen Perspektiven. Zum einen fokussiert es einschlägige Theoreme der Psychoanalyse, die dem Analen breite Aufmerksamkeit schenkt (Sigmund Freud, Sandor Ferenczi, Ernest Jones). Zum anderen thematisiert es literarische Verhandlungen von Ausscheidung und Analität und fragt unter anderem nach deren poetologischer Relevanz. Auszüge aus James Joyces Ulysses und Finnegans Wake werden ebenso besprochen wie Hans Magnus Enzensbergers Die Scheiße und Günther Grass̕ Kot gereimt. Daneben blickt das Seminar auf außerliterarische Defäkations-Thematisierungen wie Pierre Manzonis Merda d’artista, Wim Delvoyes Cloaca oder Slavoij Žižeks Thesen zu Philosophie und Toilettenbauart.

Anfragen zu dieser Veranstaltung richten Sie bitte an Dr. Vanessa Höving.



Webredaktion | 13.01.2020