Aktuelles

Forschung: OSTEUROPA veröffentlicht Mikrostudien zur Geschichte digitaler Plattformen

[22.03.2025]

Foto: OSTEUROPA

Die Hans-Böckler Nachwuchsforschungsgruppe NFG026 erforscht die Geschichte der Entstehung digitaler Kriegsöffentlichkeiten. Taras Nazaruk promoviert an der Fernuniversität in Hagen zu Telegram als Archiv. Hanna Horn promoviert an der Universität Greifswald mit einer Arbeit über digitale Poesie u.a. auf der Plattform LifeJournal.com. Im März 2025 erschienen erste Skizzen der Geschichte einzelner Plattformen in einer Zeitschriftenausgabe über die Veränderung von Medien im östlichen Europa. Darin vergleicht Felix Ackermann die Beschleunigung der Kommunikation infolge der Einführung von Telegraphenverbindungen im Russländischen sowie im Habsburger Reich mit der Beschleunigung der Kommunikation in Folge des Siegeszugs digitaler Plattformen. Taras Nazaruk schreibt eine kurze Geschichte von Telegram als Mischform eines Messengers, eines sozialen Netzwerks sowie einer digitaler Plattform. Er argumentiert, dass der Erfolg von Telegram zu einem guten Teil auf den Gründungsmythos der Sicherheit vor staatlichen Eingriffen zurück geht. Diese stünden im Widerspruch zu eklatanten Sicherheitslücken der Plattform. Hanna Horn analysiert in ihrem Beitrag die Texte der in den USA lebenden belarusischen Autorin Tatsiana Zamirovskaya aus literaturwissenschaftlicher Sicht. Gundula Pohl analysiert, wie der Generalstaatsanwalt der Republik Belarus Youtube benutzt, um eine geschichtspolitische Kampagne zu kommunizieren. Dabei zeigt sie, wie anpassungsfähig der autoritäre Staat in Bezug auf Medien ist. Zugleich argumentiert sie anhand der Nutzer:innenzahlen, dass digitale Öffentlichkeiten sichtbar machen, wie gering die Reichweite autoritärer Projekte sein können. Wanja Müller beleuchtet das Netzwerk Odnoklassniki.ru als Raum gesellschaftlicher Vernetzung und staatlicher Durchherrschung.

Elemente einer digitalen Öffentlichkeit

Alle Texte der aktuellen Osteuropa: https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2025/1-3/