Seminar Internationale Rechnungslegung (Sommersemester 2006)

Termine

16.01.2006 Seminarvorbesprechung (FernUniversität in Hagen)
12.05.2006 Abgabe Seminararbeit
13.-14.06.2006 Präsenzveranstaltung (Katholische Akademie Schwerte)

Leitung

Betreuer

Abstract

Die Diskussion der internationalen Rechnungslegung vollzog sich bislang schwerpunktmäßig im Rahmen der Konzernrechnungslegung. Dies war nicht zuletzt durch § 292a HGB begründet, der börsennotierten Unternehmen erlaubte, den Konzernabschluss befreiend nach IAS (International Accounting Standards) bzw. nunmehr IFRS (International Financial Reporting Standards) oder US-GAAP (United States-Generally Accepted Accounting Principles) zu bilanzieren. Diese börsennotierten Unternehmen sind nun ab dem 01.01.2005 aufgrund einer im Jahr 2002 erlassenen EU-Verordnung zur Bilanzierung nach IFRS verpflichtet, der § 292a HGB tritt am 31.12.2004 außer Kraft. Die Verordnung enthält neben der verpflichtenden Anordnung zur IFRS-Konzernrechnungslegung zusätzlich ein Mitgliedstaatenwahlrecht bezüglich der Rechnungslegung nicht-konzerngebundener Unternehmen. Der deutsche Gesetzgeber lässt demnach auch für Einzelabschlüsse die Bilanzierung nach IFRS auffreiwilligerBasis zu, allerdings nur für informatorische Zwecke.

Die internationale Rechnungslegung gewinnt somit auch für Einzelunternehmen zunehmend an Bedeutung. Auch für sie – z. B. aufgrund weltweiter Konkurrenz zu ausländischen Unternehmen – stellt sich nämlich die Frage nach international vergleichbaren Jahresabschlüssen. Als problematisch erweist sich jedoch die Tatsache, dass die IFRS vornehmlich für die Rechnungslegung börsennotierter Konzerne geschaffen wurden und somit die Eignung für einzelunternehmerische Jahresabschlüsse untersuchungsbedürftig erscheint.

An diesem Punkt setzen die Themen des Seminars an. Zielsetzung ist es zu erörtern, welche Konsequenzen sich aus der Umstellung der Rechnungslegungsvorschriften nach HGB auf die Vorschriften des IFRS für Bilanzierung, Bewertung und Ausweis bestimmter Sachverhalte für Einzel- und Konzernunternehmen ergeben. Ferner gilt es in diesem Zusammenhang bilanzpolitische und controllingspezifische Fragestellungen zu diskutieren.

Einstiegsliteratur

  • Littkemann, J./Schulte, K./Kraft, S.: Freiwillige Umstellung auf internationale Rechnungslegung in Einzelabschlüssen: Pro und Contra, in: Steuern und Bilanzen, 2005, Heft 7, S. 285-292.
  • Srocke, I.: Grundzüge der Konzernrechnungslegung nach IAS/IFRS, in: Littkemann, J./Zündorf, H. (Hrsg.): Beteiligungscontrolling – Ein Handbuch für die Unternehmens- und Beratungspraxis, Herne/Berlin 2004, S. 659-685.
  • Littkemann, J./Schulte, K./Kraft, S.: Internationale Rechnungslegung für Einzelabschlüsse am Beispiel ausgewählter Bilanzierungssachverhalte, in: Steuern und Bilanzen, 2005, Heft 8, S. 333-340.
Michael Holtrup | 02.04.2019