Hagiographie versus Historiographie

Thema:
Biographisches Schreiben im Mittelalter: Chancen und Herausforderungen der historischen Interpretation von Heiligenviten
Veranstaltungstyp:
Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul G2; Modul G3; MA EuMo: Modul 2E; MA GeEu: Modul II;
Ort:
Hagen
Adresse:
FernUniversität in Hagen
Gebäude 3, TGZ
Raum 2
Termin:
08.11.2019 bis
09.11.2019
Zeitraum:
Freitag von 16:00 - 19:30 Uhr
Samstag von 09:00 - 16:00 Uhr

Leitung:
PD Dr. Uta Kleine
Anmeldefrist:
15.08. - 11.10.2019
Anmeldung:
Online-Anmeldung
Auskunft erteilt:
E-Mail: PD Dr. Uta Kleine , Telefon: +49 2331 987- 4324
E-Mail: Christiane Eilers, Sekretariat Schmieder , Telefon: +49 2331 987- 4752

Heiligenviten machen einen Großteil der mittelalterlichen Schriftüberlieferung aus. Die Lebensgeschichten von Heiligen waren ein selbstverständlicher Teil der mittelalterlichen Wissenskultur. Hierbei gilt, dass zwischen den Biographien von Heiligen und denjenigen von historischen Personen kein prinzipieller Unterschied bestand, denn die Heiligen waren historische Gestalten oder galten zumindest als solche. Bei beiden handelt es sich also um identische Personengruppen, denn die überwältigende Mehrzahl der Heiligen entstammte dem Kreis der geistlichen und weltlichen Aristokratie: Wegen ihrer Verdienste um den Glauben und ihrer universalen Vorbildhaftigkeit waren die Taten der heiligen Bischöfe, Äbte und Äbtissinnen, Herrscher und Herrscherinnen aber weitaus erinnernswerter als diejenigen der Großen, denen der Heiligentitel nicht zugesprochen wurde.

Folglich bestand nach vormodernem Verständnis auch keine grundsätzliche Differenz zwischen ‚Historiographie‘ und ‚Hagiographie‘ (letzteres ein neuzeitlicher Neologismus).

Gleichwohl erfordert die historische Auswertung hagiographischer Quellen eine gute Kenntnis des frömmigkeitsgeschichtlichen Umfeldes und ein verfeinertes methodisches Instrumentarium. Mit den methodischen Zugängen und den biographischen Inhalten wollen wir uns im Seminar anhand von Beispielen aus der Spätantike und dem Mittelalter zuwenden.

Eine Moodle-Plattform mit Hinweisen zur Veranstaltung und Materialien zur Vorbereitung wird zum Ende der Anmeldefrist eingerichtet.

Studierende, die einen Beitrag übernehmen wollen (Kurzreferat) werden gebeten, sich frühzeitig mit der Dozentin in Verbindung zu setzen.

Zum Ansehen bzw. Einlesen:

Walter Berschin, Biographie und Epochenstil, 5 Bde., Stuttgart 1986-2004 (Monumentales Standardwerk; Autor und Inhalt zur Kenntnis nehmen!)

Dieter von der Nahmer, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie, Darmstadt1994 (Kompakte Einführung, allerdings ohne kritische Methodenreflexion)

Christiane Eilers | 11.02.2020