Themen für Masterarbeiten
Auf dieser Seite finden Sie einige mögliche Themen für Masterarbeiten. Wenn Sie sich für eines der Themen interessieren, geben Sie dies bitte im Freifeld des Themenbogens an.
Was macht Discountzertifikate attraktiv? Eine Analyse von Produkteigenschaften als erklärende Faktoren für die Handelsaktivität
Discountzertifikate gehören zu den beliebtesten strukturierten Finanzprodukten für Privatanleger in Deutschland. Der Käufer eines Zertifikats erhält einen Discount auf den Preis eines Basiswertes wie einer Aktie, ist dabei aber von Kurssteigerungen oberhaklb eines bestimmten Levels, des Caps, abgeschnitten. Am deutschen Markt existiert eine Vielzahl an solchen Zertifikaten, die sich hinsichtlich Basiswert, Laufzeit und Cap unterscheiden.
Das Ziel der Masterarbeit besteht in einer Analyse, welche Zertifikate bei Anlegern besonders beliebt sind. Als erklärende Faktoren für die Handelsaktivität kommen – neben Basiswert und Emittent – insbesondere die Laufzeit und der Cap (bzw. die "Moneyness" als dessen Verhältnis zum aktuellen Kurs des Basiswerts) in Frage. Zudem könnte die Marktphase eine Rolle spielen: Werden bestimmte Produkte eher bei fallenden oder bei steigenden Kursen gekauft? Grundlage der Analyse ist ein umfangreicher und detaillierter Datensatz von Umsätzen an der EUWAX, der im Rahmen der Masterarbeit zur Verfügung gestellt wird.
Varianzrisikoprämien auf internationalen Aktienmärkten
Für den US-amerikanischen Aktienmarkt ist bekannt, dass Preise von Optionen eine Varianzrisikoprämie aufweisen: Implizite Varianzen auf Basis von S&P-500-Optionen sind im Mittel größer als realisierte Varianzen des Index. Die implizite Varianz wird dabei aus einer Serie von Optionspreisen mit verschiedenen Basiswerten und identischer Laufzeit geschätzt. Moderne Methoden, wie sie auch der Berechnung des Volatilitätsindex VIX zugrunde liegen, kommen dabei ohne das Black-Scholes-Modell aus und ermöglichen so die Ermittlung modellfreier Werte.
Gegenstand der Masterarbeit ist die Frage, ob eine Varianzrisikoprämie auch auf anderen, internationalen Aktienmärkten beobachtet werden kann. Wenn die grundlegende Methodik zur Berechnung modellfreier Varianzen nachvollzogen ist, können dazu geeignete Indizes – in Deutschland etwa der VDAX-NEW – herangezogen werden. Die Analyse soll sich auf mehrere Märkte erstrecken.
Analyse des Leverage-Effekts bei Edelmetallen: Kurs- und Volatilitätszusammenhänge im Zeitverlauf
In der Finanzökonomik beschreibt der Leverage-Effekt die empirisch beobachtete negative Korrelation zwischen Kursveränderungen und Volatilität bei Aktien: sinkende Kurse gehen oft mit steigender Volatilität einher. Bei Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin zeigt sich jedoch ein anderes Bild – die Korrelation kann neutral oder sogar positiv sein, abhängig von Marktbedingungen und Zeitperioden. Ziel dieser Arbeit ist es, den Leverage-Effekt bei verschiedenen Edelmetallen systematisch zu untersuchen und Unterschiede im Zeitverlauf zu analysieren. Dabei sollen mögliche Ursachen und Marktmechanismen, die zu diesen Abweichungen vom klassischen Aktien-Leverage-Effekt führen, identifiziert werden.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, zu untersuchen, wie sich die Leverage-Effekte bei verschiedenen Edelmetallen (Gold, Silber, Platin, Palladium) über die Zeit unterscheiden, wie sie im Vergleich zu Aktienkursen ausfallen und welche Marktmechanismen die beobachteten Korrelationen zwischen Kursen und Volatilität erklären.
Literatur:
Baur, D. G., & Lucey, B. M. (2010). Is Gold a Hedge or a Safe Haven? An Analysis of Stocks, Bonds and Gold. Financial Review, 45(2), 217–229.
Panagiotou, D. (2021). Re-examining the leverage effect and gold's safe haven properties with the utilization of the implied volatility of gold: a non-parametric quantile regression approach. Springer Nature Business & Economics 1, 93.
Kognitive Verzerrungen und strukturierte Finanzprodukte: Eine Analyse digitaler Optionen
Strukturierte Finanzprodukte werden von Banken angeboten und stellen verbriefte Derivate dar. Sie ermöglichen Privatanlegern die Partizipation an Derivatemärkten. Darunter finden sich digitale Optionen, deren Auszahlung entweder konstant oder null (Totalverlust des investierten Kapitals) ist.
Die Verbriefung verursacht grundsätzlich Kosten, sodass ein Aufschlag auf den fairen Preis des Produkts angemessen ist. Die von den Emittenten ausgewiesenen Kosten sind jedoch vergleichsweise hoch. Dass Privatanleger diese Produkte dennoch nachfragen, könnte auf die gezielte Ausnutzung kognitiver Verzerrungen durch die Emittenten zurückzuführen sein. Verzerrungen wie Overconfidence, Verlustaversion oder Verfügbarkeitsheuristik können dazu führen, dass Risiken und Kosten unterschätzt werden.
Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, wie solche kognitiven Verzerrungen die Nachfrage nach digitalen Optionen beeinflussen und inwieweit Banken diese Verhaltensmuster bei der Produktgestaltung berücksichtigen oder „ausnutzen“.
Potenzielle kognitive Verzerrungen, die untersucht werden können:
Overconfidence: Anleger glauben, Marktbewegungen besser vorhersehen zu können, als es realistisch ist.
Verfügbarkeitsheuristik: Entscheidungen werden stark durch zuletzt beobachtete Marktbewegungen oder Medienberichte beeinflusst.
Gambling Bias: Anleger bevorzugen Produkte mit „großem Gewinnpotenzial“, selbst bei ungünstiger Erwartungswertstruktur.
Salience: Besonders sichtbare oder emotional stark kommunizierte Basiswerte beeinflussen die Wahrnehmung von Chancen und Risiken.