Modul 32751

Konstruktion und Analyse ökonomischer Modelle

Warum dieses Modul?

hier die Antwort

Wie alle Wissenschaften zielt auch die Volkswirtschaftslehre darauf ab, gültige Wenn-Dann-Aussagen über einen bestimmten Gegenstandsbereich (hier: Die Funktionsweise ökonomischer Prozesse) herzuleiten. Neben der Beobachtung und der (statistischen) Auswertung der damit gewonnenen Daten bedient sich die Volkswirtschaftslehre zu diesem Zweck formaler theoretischer Modelle. Das Modul 32751 führt in den sachkundigen Umgang mit diesen Modellen ein.

Die beiden Begriffe ‚Gleichgewicht‘ und ‚Optimum‘ sind Grundlage aller ökonomischen Modelle: Ein Gleichgewicht beschreibt den Zustand eines ökonomischen Systems (z.B. eines Markts), in dem sich zentrale Größen (z. B. Preise, Mengen usw.) nicht mehr ändern. Ein Optimum ist der ‚beste‘ aller erreichbaren Zustände.

‚Die Wirtschaft‘ lässt sich gedanklich in Teilsysteme gliedern, die sich typischerweise wechselseitig beeinflussen (Beispiele: Die Märkte für Neu- und Gebrauchtwagen, der Güter- und der Arbeitsmarkt). Deshalb müssen ökonomische Modelle komplexe Ketten von Wirkungen und Rückwirkungen abbilden.

Die Sprache ökonomischer Modelle ist die Mathematik. Anders als die Alltagssprache zwingt die Mathematik dazu, Begriffe und Prämissen präzise zu definieren und Wenn-Dann-Behauptungen durch die Anwendung mathematischer Verknüpfungsregeln konsistent zu begründen. Allerdings ist der Werkzeugkasten der benötigten mathematischen Instrumente begrenzt, weil sich alle Analysen letztlich auf die Untersuchung von Gleichgewichten und Optima reduzieren.

Welchen Nutzen bringt Ihnen das Modul „Konstruktion und Analyse ökonomischer Modelle?“

Das Modul macht Sie zunächst mit den wichtigsten Analyseinstrumenten vertraut. Dadurch können Sie die Argumentation in der einschlägigen Fachliteratur kompetent nachvollziehen.

Das Setting eines Modells wird durch eine Serie von Annahmen (Prämissen, Axiome) definiert. Manche dieser Annahmen sind Vermutungen darüber, wie die Welt funktioniert (Beispiel: Wenn der Preis von Neuwagen steigt, dann nimmt die Nachfrage nach Gebrauchtwagen zu). Andere dienen allein dem Zweck, die Analyse technisch beherrschbar zu machen (Beispiel: Wenn der Preis von Neuwagen steigt, dann geht die Nachfrage nach Neuwagen proportional zur Preiserhöhung zurück). Für die kritische Bewertung der Ergebnisse einer Analyse ist es unverzichtbar, den Einfluss dieser beiden Kategorien von Annahmen zu durchschauen. Einem Resultat, das aus vereinfachenden Annahmen hergeleitet wurde, sollten Sie mit Vorsicht begegnen: Immerhin könnte eine Analyse unter weniger einfachen Prämissen (aber mit mehr Analyseaufwand!) zu ganz anderen Einsichten führen.

Nicht zuletzt versteht sich das Modul Konstruktion und Analyse ökonomischer Modelle als eine Denkschule, als eine Einführung in die Kunst des (wissenschaftlichen) Argumentierens auch über den Kontext ökonomischer Fragestellungen hinaus. Überall, wo argumentiert wird, wo über die ‚Wahrheit‘ oder das ‚Richtige‘ debattiert und gestritten wird, trifft man zu allererst auf Annahmen. Manche davon werden explizit ausgesprochen. Häufig jedoch sind sie nicht präzise oder gar nicht ausformuliert: Man redet aneinander vorbei, weil man von unterschiedlichen Ausgangspunkten ausgeht. Manche Annahmen sind Aussagen über die Welt, die man glauben kann oder auch nicht, die empirisch bestätigt sind, oder auch nicht. Andere sind Wertungen (Wenn die Arbeitslosigkeit sinkt, dann ist das gut), die man teilen kann oder auch nicht: Man redet aneinander vorbei, weil man ein und denselben Sachverhalt unterschiedlich bewertet oder unterschiedliche Zielsetzungen verfolgt. Ein weiterer Fallstrick lauert im Verhältnis zwischen den Annahmen, den daraus gezogenen Schlussfolgerungen und dem Rückschluss: Die Aussage „Wenn es regnet, dann ist die Straße nass“ ist (im Großen und Ganzen) richtig. Wenn die Straße nass ist, dann regnet es aber nicht unbedingt. Im Gegensatz dazu ist die Aussage „Wenn eine Frau ein Kind geboren hat, dann ist die Frau eine Mutter“ in beide Richtungen korrekt. Das Modul Konstruktion und Analyse ökonomischer Modelle schärft am Beispiel volkswirtschaftlicher Problemstellungen Ihre Fähigkeit, korrekt zu argumentieren.


Modulbeschreibung [pdf]

Leseprobe [pdf]


Modulinhalte

Kurs-Nr. Kursbezeichnung betreuender Lehrstuhl
(VU) 42230 Konstruktion und Analyse ökonomischer Modelle VWL, insb. Wirtschaftspolitik
Lehrstuhlinhaber: Univ.-Prof. Dr. Joachim Grosser

Mentorielle Betreuung in den Regional- und Studienzentren

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  • Neuss (Modul 32751 (virtuelle Veranstaltung), SoSe 2020)
  • Neuss (Modul 32751, SoSe 2020)

Virtuelle Betreuung

Moodle (Anmeldung erforderlich)


Modulabschlussprüfung

Prüfungsform

Zweistündige Klausur am Semesterende.

Orte und Termine

Sommersemester 2020: Berlin, Bremen, Darmstadt, Düsseldorf, Hagen, München sowie Linz und Zürich.

Wintersemester 2020/21

Fr., 26.03.2021, 14:00 - 16:00
(Prüfer: Grosser)

Sommersemester 2020

Fr., 25.09.2020, 09:00 - 11:00
(Prüfer: Grosser)

Anmeldung

Prüfungsrelevante Hinweise einschließlich finaler Ort- und Raumangaben und Informationen zur Anmeldung: Studien- und Prüfungsinformationen Nr. 3“.

Anmeldefrist Sommersemester 2020
6. Juli bis 7. August 2020

Anmeldefrist Wintersemester 2020/21
21. Dezember 2020 bis 22. Januar 2021

Teilnahmeberechtigung

Bestehen von mindestens einer Einsendearbeit.


Einsendearbeiten

Die Einsendearbeiten dieses Moduls finden Sie zu Beginn des Semesters innerhalb der Moodle-Lernumgebung in dem Abschnitt „Einsendearbeiten – Voraussetzung für die Zulassung zur Modulabschlussprüfung“. Sie werden online bearbeitet oder erfordern das Hochladen einer Lösungsdatei (PDF). Der folgende Link leitet Sie direkt dorthin:

  • Einsendearbeiten zu Modul 32751 „Konstruktion und Analyse ökonomischer Modelle“

Innerhalb der Moodle-Lernumgebung finden Sie auch alle weiteren Informationen, wie z. B. die Abgabetermine der Einsendearbeiten.


Übungsklausuren

Die Aufgabenstellung der letzten vier Klausurkampagnen können online abgerufen werden.

Redaktion | 23.06.2020