Übernationaler Menschenrechtskonstitutionalismus und Herstellung von Verfassungsvoraussetzungen. Zwei griechische Beiträge zur Europäischen Verfassungsgeschichte

11. März 2020

Europäische Verfassungswissenschaften

Zeitraum
11.03.2020
17:00 Uhr (bis 19 Uhr)

Ort
Seminargebäude der FernUniversität (Gebäude 2), Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 4 und 5

Veranstalter/-in
Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Referent/-in
Ilias I. Sofiotis
studierte Jura an der Demokrit-Universität Thrakien sowie der Universität zu Köln. Anschließend promovierte er bei Prof. Dr. Peter J. Tettinger (†) am Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre der Universität zu Köln. Derzeit ist er als Privatdozent an der Wirtschaftsfakultät der Universität Thessalien tätig.

Auskunft erteilt
Dr. Ingrid Piela

Der Vortrag „Das Verfassungsdenken von Righas Velestinlis und von Ioannis A. Capodistrias - Übernationaler Menschenrechtskonstitutionalismus und Herstellung von Verfassungsvoraussetzungen. Zwei griechische Beiträge zur Europäischen Verfassungsgeschichte“ von Ilias I. Sofiotis ist öffentlich. Alle Interessierten sind willkommen.


Der Revolutionär und Aufklärer Rhigas Velestinlis (Velestino 1757 - Belgrad 1797) lässt sich heute als einer der wichtigsten, aber wenig bekannten Wegbereiter des universalen Menschenrechtskonstitutionalismus bezeichnen, soweit er sich am Ende des 18. Jahrhunderts - in der Gründungszeit vieler heutiger nationaler Staaten - durch den Entwurf seiner Verfassung und seiner Grundrechtscharta (Wien 1797) mit der Problematik der Einrichtung eines demokratischen und liberalen übernationalen Staates, nämlich der „Hellenischen Demokratie“, gründlich auseinandergesetzt hatte.


Der Diplomat Ioannis A. Capodistrias (Korfu 1776 - Nafplion 1831) gehört zum engsten Kreis der Protagonisten des Wiener Kongresses (1814-1815) und der Pariser Friedenskonferenz (1815), die nach dem Ende der Napoleonischen Kriege zur Neugestaltung Europas erheblich beigetragen haben. Während seiner Amtszeit als erstes Staatsoberhaupt Griechenlands (1828-1831) legte er den Grundstein für den Neugriechischen Staat. Aus der Analyse seines Verfassungswerks während seiner diplomatischen Zeit und insbesondere während seiner Regierungszeit in Griechenland lassen sich wichtige Ansätze zur Dialektik zwischen Verfassung und Gesellschaft bzw. zur Lehre der Verfassungsvoraussetzungen ableiten.

Gerd Dapprich | 14.07.2020