Ingrid Matthäus-Maier: „Pragmatische Phantasie“ in der Politik – sozial, liberal und streitbar

12. Februar 2020

Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
12.02.2020
18:00 Uhr (bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter/-in
Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen

Referent/-in
Ingrid Matthäus-Maier, Politikerin

Das moderierte Gespräch mit der Politikerin Ingrid Matthäus-Maier führt Dr. Wolther von Kieseritzky, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Archiv des Liberalismus/Public History, Berlin. Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen.

„Immer die Erste“, titelte DIE ZEIT über ihren Aufstieg: Ob bei der FDP und den Jungdemokraten, im Bundestag, später in der SPD oder als Bankmanagerin – Ingrid Matthäus-Maier stand meist als eine der ersten Frauen in Führungspositionen der Politik und Wirtschaft. 1982 kämpfte sie vehement – aber vergeblich – gegen das Ende der Koalition von SPD und FDP. Danach legte sie zwar alle Ämter nieder, insbesondere auch ihr Bundestagsmandat, wurde wieder Verwaltungsrichterin, auf Bitten von Willy Brandt und Johannes Rau SPD-Mitglied und ab 1983 SPD-MdB. Das Gespräch nimmt die Zeitenwende der sozialliberalen Koalition vor 50 Jahren in den Blick und diskutiert die Herausforderungen der Gleichberechtigung sowie die Frage, welche Chancen „pragmatische Phantasie“ in der Politik besitzt.


Ingrid Matthäus-Maier (Jg. 1945) arbeitete nach dem Jurastudium als Richterin. Seit 1969 FDP-Mitglied, wurde sie 1972 Vorsitzende der Jungdemokraten, gehörte von 1978 bis 1982 dem FDP-Bundesvorstand sowie von 1976 bis 1999 (unterbrochen Ende 1982) dem Deutschen Bundestag an, dessen Finanzausschuss sie leitete. Die SPD-Bundestagsfraktion wählte sie 1988 zur stellvertretenden Vorsitzenden. 1999 wechselte sie in den Vorstand der KfW-Bankengruppe, seit 2006 als dessen Sprecherin. Sie scheut auch heute nicht klare Worte, etwa zur Trennung von Staat und Kirche, und streitet unvermindert für ihre Überzeugungen.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Gummersbach, statt.


Gerd Dapprich | 14.07.2020