Mode als Strukturprinzip der Moderne

20. März 2019

Vortragsreihe: Wissenschaftsgespräche

Zeitraum
20.03.2019
16:00 Uhr (bis ca. 18.00 Uhr)

Ort
FernUniversität, Gebäude 2 (Seminargebäude), Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 4 und 5

Veranstalter/-in
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften

Referent/-in
Prof. Dr. Hubertus Busche
Institut für Philosophie der FernUniversität

Weiteres zur Auskunft
Prof. Dr. Michael Niehaus, michael.niehaus@fernuni-hagen.de

Seit dem 17. Jahrhundert verfestigt sich der Eindruck, dass nahezu alle Bereiche der Gesellschaft zunehmend von einer Herrschaft des Modischen ergriffen werden. „Die Dinge haben ihre Periode, und sogar die höchsten Eigenschaften sind der Mode unterworfen“, schreibt Gracián 1647. „Alles wird von der Mode geregelt“, ergänzt La Bruyère 1688. Wenn es aber Moden nicht nur der Kleidung, der Frisur oder des Wohnens gibt, sondern auch Moden in den Wissenschaften, in der Kunst, in der Politik, in der Philosophie oder sogar in der Religion - d.h. gerade in Bereichen, die doch eigentlich ‚feste Prinzipien‘ gegen den periodischen Wechsel des Zeitgeistes verteidigen -, scheint Mode einerseits ein temporal strukturierendes Prinzip moderner Gesellschaften zu sein, das einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie die funktionale Differenzierung, zumal es durch die Kommerzialisierung vorangetrieben wird. Andererseits scheint durch die Herrschaft der Moden die autonome Sachlogik der geistigen Bereiche gefährdet zu werden; denn während es etwa bei der Kleidung erlaubt bzw. geboten ist, mit der Mode zu gehen, ist das Modische nicht nur in den Wissenschaften zu Recht verpönt.

Aus dieser Sachlage ergeben sich zahlreiche Fragen, von denen der Vortrag einige entwickelt und zu beantworten sucht.

Die wissenschaftliche Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen.


Gerd Dapprich | 28.02.2019