Das Hagener Manifest zu New Learning

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Viele Stimmen fordern schon seit Jahren einen Wandel des Lernbegriffs. Damit machen wir jetzt ernst: Das Hagener Manifest formuliert in zwölf Thesen, was New Learning ausmacht und was es braucht, um es zu verwirklichen.

 

Worum geht es beim Hagener Manifest?

Die digitale Transformation revolutioniert die Arbeitswelt und unser Leben. Doch unser Bildungssystem kommt mit den notwendigen Veränderungsprozessen viel zu langsam voran. Es werden noch immer Fähigkeiten und Kompetenzen gefördert, die Lebenswelt und Arbeitsmarkt der Zukunft nicht mehr benötigen. Die dringend erforderlichen „future skills“ stehen dagegen nach wie vor nicht im Fokus des Lernens.

  • Diese Kluft zwischen Status quo im Bildungssektor und den Bedarfen von Arbeitsmarkt und Lernenden tritt besonders deutlich in der Corona-Krise zu Tage. Homeoffice und digitale Weiterbildung sind plötzlich in aller Munde. Gleichzeitig ist ein Normalbetrieb an Universitäten und Schulen auf absehbare Zeit unwahrscheinlich. Es fehlt nicht nur an der Technik, die meist Gegenstand der öffentlichen Debatte um Digitale Bildung ist. Auch das Know-how, wie man nun in dieser Situation gut lernt, lehrt und arbeitet, fehlt an vielen Stellen.

  • Wir benötigen ein grundlegend neues Verständnis von Lernen, das zum gesellschaftlichen Konsens wird und über die Grenzen einzelner Institutionen und politischer Zuständigkeiten hinweg etabliert ist. Dies ist der Grundgedanke des Hagener Manifests zu New Learning. Der visionäre Begriff New Learning gibt uns die Möglichkeit, Lernen neu und groß zu denken. Ziel des Hagener Manifests ist es, Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen und gemeinsam zentrale Thesen zu Handlungsfeldern zu formulieren sowie Handlungsempfehlungen für die Politik auszusprechen, damit New Learning zu einer tragenden Gestaltungskraft gesamtgesellschaftlicher Transformationsprozesse wird.

  • Neben neuen digitalen Vermittlungsformaten und Kompetenzanforderungen betrifft das unter anderem die Entwicklung zukunftsfähiger kooperativer Organisationsformen und innovativer politischer Förderkonzepte des Lernens. Fragen der Bildungsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

    Am Ende soll aus dem Hagener Manifest eine übereinstimmende Entschlossenheit in der Politik folgen, mit der die gesellschaftliche Organisation von Lernprozessen konsequenter und zielführender umgesetzt wird.


Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität in Hagen Foto: Volker Wiciok

„Unserem Bildungssystem fehlen noch immer innovative Konzepte, um in angemessener Geschwindigkeit auf digitale Transformationsprozesse reagieren zu können. Gesellschaftlich wie politisch müssen wir uns dringend von alten Denkstrukturen lösen und ein neues Verständnis von zeitgemäßem Lernen entwickeln. Lassen Sie uns gemeinsam an der Vision ‚New Learning‘ arbeiten!“

Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität in Hagen

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