Veranstaltung

Populismus – Krisenphänomen der Moderne

Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Termin(e) Leitung
Ort/Raum
Mi, 21.10.2020
18:00 - 20:00
apl. Prof. Dr. Norbert Franz
Regionalzentrum Karlsruhe, Seminarraum BASEL

Ein Vortrag von apl. Prof. Dr. Norbert Franz

Was ist das überhaupt, „Populismus“, fragt Norbert Franz in seinem Vortrag zunächst. Wie wird dieses Wort in wissenschaftlichen und politischen Debatten verwendet? Und – was sind die Ursachen dieser relativ neuen politischen Strömung? Auch an frühe Formen des Populismus im späten 19. und im 20. Jahrhundert stellt der Historiker seine Fragen. Dabei vergleicht er vor allem den auf der politischen Rechten angesiedelten Populismus mit dem Faschismus und den Linkspopulismus mit dem Kommunismus. Schließlich wendet sich der Referent den neueren populistischen Strömungen in den USA, Südamerika, Europa und in Deutschland zu, die im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Das Ergebnis seiner Analyse: Das Erstarken populistischer Strömungen in vielen demokratisch verfassten Staaten ist Ausdruck von Krisen der jeweiligen politischen Systeme, die zu einer umfassenden Krise der Moderne gehören. Weite Teile der Bevölkerung trauen den alten politischen Eliten nicht mehr zu, dass sie die wichtigsten gesellschaftlichen Probleme lösen können: die fortschreitende Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen und die Gefährdung des inneren und des äußeren Friedens. Abschließend skizziert Norbert Franz einige Vorschläge verschiedener Wissenschaftsdisziplinen, wie die Grundprobleme gelöst werden können, die zum Erstarken des Populismus und zur aktuellen Krise der Moderne geführt haben.

Norbert Franz, geb. 1954, widmete sich nach langjähriger Berufstätigkeit als Buchhändler und Industriearbeiter vor allem der Familienarbeit und der Erziehung seiner Kinder. In dieser Zeit machte er die Abiturprüfung für Nichtschüler und studierte an der Universität Trier Geschichte und Germanistik. 1998 wurde er zum Dr. phil. promoviert und forschte über die Geschichte ländlicher Gesellschaften im 19. Jahrhundert. Nach seiner Habilitation 2006 lehrte und forschte er am Institut d’Études Politiques de Paris und den Universitäten Luxemburg und Trier zu Themenbereichen der Neueren und Neuesten Geschichte. 2010 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Seit Mitte 2019 lebt Norbert Franz im Ruhestand und forscht über Aspekte der sozio-ökologischen Transformation, insbesondere im Ernährungssektor.

Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei.

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Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Werner Daum | 30.09.2019