Aktuelles Programm

Alle Veranstaltungen im Rahmen der BürgerUniversität Coesfeld wurden für das Sommersemester abgesagt. Damit möchte die FernUniversität in Hagen dazu beitragen, die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Die Vorlesungen richten sich an eine breite regionale Öffentlichkeit, die an aktuellen soziologischen Forschungsergebnissen interessiert ist. Die Vortragenden aus Hagen und dem ganzen Bundesgebiet referieren in allgemeinverständlicher Form zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa.

Die Teilnahme an den Vorlesungen und Seminaren der BürgerUniversität Coesfeld ist kostenfrei. Eine Anmeldung für die Vorlesungen ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Flyer BürgerUniversität Coesfeld Sommersemester 2020


Veranstaltungen im Sommersemester 2020


 

1. April 2020, entfällt

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Dr. Markus Tausendpfund

Politisches Wissen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland

Vorlesung

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Seit der Aufklärung gilt politisches Wissen als Voraussetzung für die Mündigkeit der Bürger. Nicht selten wird das Bild vom demokratischen Bürger als „homo politicus“ gezeichnet, der politisch kenntnisreich und bestens informiert ist und seine geordneten politischen Interessen selbstbewusst vertritt. Allerdings bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die Bürgerinnen und Bürger das normative Idealbild kenntnisreicher, rationaler Demokraten erfüllen.

Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) 2018 bietet die Möglichkeit, die aktuelle Verteilung des politischen Wissens in Deutschland zu beschreiben und seine relevanten Erklärungsfaktoren zu identifizieren. Zudem werden die Konsequenzen des (zu geringen) politischen Wissens für ausgewählte Einstellungen und Verhaltensweisen analysiert.

Dr. Markus Tausendpfund ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität in Hagen und verantwortet die Arbeitsstelle Quantitative Methoden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Einstellungs- und Verhaltensforschung auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene.

 

13. Mai 2020, entfällt

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Prof. Dr. Jürgen Straub

Erzähle und erkenne Dich selbst!
Möglichkeiten und Grenzen lebensgeschichtlicher Erinnerung

Vorlesung

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Alle Menschen können erzählen! Es gehört zu den anthropologischen Universalien, dass Menschen sich und ihre Welt in Geschichten zu vergegenwärtigen vermögen. Dabei erfüllt das (autobiographische) Erzählen nicht nur eine ganze Reihe von soziokulturellen und psychosozialen, kommunikativen Funktionen. Im lebensgeschichtlichen Erzählen versuchen wir nicht allein, uns den Anderen mitzuteilen und dabei ein möglichst triftiges – vielleicht allzu schmeichelhaftes – Bild unseres Selbst zu vermitteln. Wir ringen dabei womöglich auch um Selbsterkenntnis. Das ist ein anspruchsvolles, lohnenswertes Projekt!

Ohne aufrichtige Selbst-Erzählungen sind Einsichten ins eigene Leben und Selbst nicht zu haben. Aber keine autobiographische Geschichte kann alles im gelebten Leben erfassen. Selbsterkenntnisse sind obendrein niemals rein und allein, sondern sind verbunden mit Selbsttäuschungen. Wir sind uns immer auch entzogen und bleiben uns ein Stück weit undurchsichtig und undurchschaubar, wie lange und wie ausführlich wir auch erzählen mögen.

Der Vortrag handelt von Selbsterkenntnissen und ihren Grenzen sowie von Selbsttäuschungen. Dabei macht er die Zuhörerschaft mit einem interdisziplinären Gebiet bekannt, in dem sich die Philosophie und verschiedene Wissenschaften ein Stelldichein geben.

Jürgen Straub, Prof. Dr. phil., Dipl.-Psych., Jahrgang 1958, ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2015 ist er Kodirektor (mit Pradeep Chakkarath) des Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrums für sozial- und kulturwissenschaftliche Psychologie und historische Anthropologie (KKC). Er ist Mitglied im Think Tank des Exzellenzclusters TOPOI an der Humboldt Universität Berlin und assoziiertes Mitglied im Freiburger DFG-Graduiertenkolleg „Faktuales und fiktionales Erzählen“.

2015 erhielt er den Ernst-Eduard-Boesch-Preis für Kulturpsychologie der Gesellschaft für Kulturpsychologie in Salzburg, 2017 den Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz der Universität Vechta.

 

3. Juni 2020, entfällt

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Prof. Dr. André Schmidt

Die Folgen der Niedrigzinspolitik – Rettet der Sparer die Währungsunion?

Vorlesung

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Seit 2010 befindet sich die Eurozone im Krisenmodus. Entgegen den allgemeinen Erwartungen hat die gemeinsame Währung nicht zu einer stärkeren Annäherung der Volkswirtschaften geführt, sondern sie hat die makroökonomischen und institutionellen Divergenzen zwischen ihnen massiv erhöht, was sich an der Schulden- und Bankenkrise zeigte. Bis heute hat die Politik auf diese Herausforderung noch keine geeignete Antwort gefunden. Die europäische Währungsunion bleibt eine Dauerbaustelle. Der Europäischen Zentralbank (EZB) verblieb als einzige Institution die undankbare Aufgabe, mittels unkonventioneller Geldpolitik die Währungsunion – die kurz vor dem Zusammenbruch stand – zusammenzuhalten. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Noch immer garantiert die EZB mittels Negativzinsen die Zahlungsfähigkeit einiger Mitgliedstaaten und deren maroder Banken. Allerdings ist fraglich, wie lange diese Politik noch nachhaltig den Fortbestand der Währungsunion sichern kann, da die negativen Folgen dieser Politik nun mehr und mehr offen zu Tage treten. Die Niedrigzinsen gefährden die Geschäftsmodelle der Geschäftsbanken, enteignen Sparer und lassen eine risikofreie Altersvorsorge unmöglich werden. Im Rahmen des Vortrags sollen die Ursachen der Dauerkrise in der Währungsunion genauer untersucht und die Fragen nach den zukünftigen Perspektiven erörtert werden.

Prof. Dr. André Schmidt wurde 1967 in Erfurt geboren. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim und seiner Promotion habilitierte er sich an der Georg-August-Universität in Göttingen. Nach Vertretungsprofessuren an der Ruhr-Universität in Bochum und an der Universität in Kassel wurde er auf den Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftspolitik an die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel berufen. Im Jahr 2008 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Makroökonomie und Internationale Wirtschaft an die Universität Witten/Herdecke an. Darüber hinaus bekleidet er eine außerordentliche Professur für Economics an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht sowie Gastprofessuren an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und an der Aldo-Moro-Universität in Bari. Seine Forschungsgebiete umfassen vor allem internationale Wirtschaftspolitik und die ökonomischen Aspekte der europäischen Integration.

 

17. Juni 2020, entfällt

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Jun.-Prof. Dr. phil. Dr. med. Orsolya Friedrich

Philosophisch-ethische Herausforderungen neuartiger Mensch-Maschine-Interaktionen

Vorlesung

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Mensch-Maschine-Interaktionen (MMI) gewinnen im Zuge der Digitalisierung und mit der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung. In unserem Leben begegnen uns diese Neuro- und Self-Tracking-Technologien z. B. in Fitness-Apps und Schrittzählern oder sozialen Robotern, die mit Menschen interagieren. Diese Veränderungen in unserem Umfeld zu skizzieren, einige damit einhergehende Herausforderungen für uns Menschen sowie für die Gesellschaft zu benennen und philosophisch zu reflektieren, sind die Ziele dieses Vortrags. Dabei werden Technologien aus der Medizin – einem technologisch sich besonders schnell und innovativ entwickelnden Bereich der Gesellschaft – exemplarisch herangezogen.

Jun.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Orsolya Friedrich studierte Philosophie und Medizin. Seit 2019 ist sie als Juniorprofessorin für Medizinethik an der FernUniversität in Hagen tätig und erforscht im Rahmen einer Emmy Noether-Forschungsgruppe das Phänomen der Interaktion in Mensch-Maschine-Interaktionen.

 

5. September 2020, entfällt

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Franziska Krüger, M.A.

Halb voll oder halb leer?
Wie wir unsere Welt wahrnehmen

Seminar

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Der Mensch steht in einem deutenden Verhältnis zur sozialen Wirklichkeit. Alles was er erlebt, beobachtet und beschreibt, ist Produkt seiner ganz eigenen Wahrnehmung. Wie unsere Wahrnehmung mit unserer Biografie – mit unserem Erleben und unseren Erfahrungen – zusammenhängt, soll Gegenstand des Seminars sein. Gemeinsam wollen wir uns damit auseinandersetzen, was es überhaupt bedeutet, wenn wir das, was wir beobachten oder selbst tun, deuten. Wieso erfüllt etwas für uns einen bestimmten Sinn? Wie kommt es, dass dasselbe von verschiedenen Personen unterschiedlich wahrgenommen wird und wie kann es gelingen, sich trotzdem darüber zu verständigen?

Ziel des Seminars ist es, anhand von Beispielen aus den Medien und empirischem Datenmaterial aus meiner Forschungsarbeit zu untersuchen, welche Rolle die eigene Biografie und gesellschaftliche Diskurse für unsere Wahrnehmung und unser Handeln spielen.

Franziska Krüger hat in Jena und Bielefeld Soziologie studiert. Derzeit promoviert sie am Promotionskolleg „Familie im Wandel. Diskontinuität, Tradition und Strukturbildung“ an der FernUniversität in Hagen, das durch Ernsting’s family finanziert ist. In ihrer Promotion untersucht sie die Bedeutung einer unterschiedlichen Herkunft für die Vereinbarkeitspraxis von ost-westdeutschen Elternpaaren. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen die Paar- und Familiensoziologie, die Biografie- sowie Fallrekonstruktive Forschung.

Hinweis: Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 21. August 2020 im Regionalzentrum Coesfeld der FernUniversität erforderlich.