Psychologie für Rechtsberufe

Foto: Jakob Studnar

Voraussichtlich wird es ab dem Wintersemester 2020/2021 ein weiterbildendes Studium zum Thema „Psychologie für Rechtsberufe“ geben. Die Dauer des Zertifikatsstudiums soll laut Planung zwei Semester betragen und richtet sich an Berufstätige mit diesen Arbeitsschwerpunkten:

  • Jugendhilfe,
  • Justizvollzug und
  • Familien- und Strafrecht.

Das Angebot eignet sich besonders für folgende Adressaten:

  • Verfahrensbeistände,
  • Rechtspfleger/innen,
  • Mitarbeiter/innen in Jugendämtern,
  • Vollzugsbeamte und
  • Fortgeschrittene Studierende in einschlägigen Studiengängen.

Im Sommersemester 2020 sollen bereits zwei Tagesseminare stattfinden. Die Teilnahme an den Tagesseminaren kann für das Zertifikatsstudium „Psychologie für Rechtsberufe“ (ab Wintersemester 2020/21) angerechnet werden.

Aufgrund der aktuellen Situation werden die Seminare in Form von Webinaren mit einer Obergrenze von 25 Teilnehmenden stattfinden. Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt. Es werden nach Möglichkeit Zusatztermine im August/September angeboten.


***Das Tagesseminar "Individuelle Kriminalprognose" ist ausgebucht! Eine Anmeldung für den 27.06.20 ist nicht mehr möglich.***

Individuelle
Kriminalprognose

Foto: Jakob Studnar

Datum und Zeiten:
Samstag, 27.06.2020, 09:00 – 17:00 Uhr

Anmeldefrist:
(abgelaufen)

Adressatenkreis:
Das Angebot richtet sich in erster Linie an:

  • Psychologinnen und Psychologen und
  • Psychiaterinnen und Psychiater,

aber auch an Personen aus anderen Berufsgruppen:

  • Rechtswissenschaften,
  • Pädagogik,
  • im Justiz- oder Maßregelvollzug tätige Personen und
  • Personen, die ein berufliches Interesse an Kriminalprognosen haben.

Thema:
Individuelle Kriminalprognose: Die Beurteilung der Rückfallgefahr im Einzelfall (1-Tages-Workshop).

Kosten:
170,00 €

Studierende erhalten einen Rabatt von 10 %.

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Familienrechtspsychologische Gutachten

Foto: FernUniversität

Datum und Zeiten:
Samstag, 06.06.2020, 09:00 – 17:00 Uhr

Anmeldefrist:
(abgelaufen)

Adressatenkreis:
Das Angebot richtet sich an Personen ohne eigene psychologische Ausbildung, die in ihrem beruflichen Umfeld mit familienrechtspsychologischen Gutachten arbeiten, z. B.:

  • Richterinnen und Richter,
  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte,
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugend- und Sozialämtern und
  • Freiberuflich Tätige in der Kinder- und Jugendhilfe.

Thema:
Familienrechtspsychologische Gutachten verstehen und beurteilen (1-Tages-Workshop).

Kosten:
170,00 €

Studierende erhalten einen Rabatt von 10 %.

Anmeldeunterlagen anfordern


Details zu den Studieninhalten

  • Studieninhalte und -organisation

    Im Justiz- und Maßregelvollzug spielt die Beurteilung der Rückfallgefahr eine herausragende Rolle. Im Erkenntnisverfahren, zur Lockerung und Entlassung, aber auch im ambulanten Bereich ist die Wahrscheinlichkeit für erneute Delikte zu beurteilen. Dabei spielen biografische, kriminologische und klinischdynamische Informationen eine Rolle. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Entwicklung strukturierter, kriterienorientierter Verfahren zu einer Integration und Objektivierung der relevanten Informationen geführt.

    Nichtsdestotrotz bleiben wichtige Fragen bestehen: Ist der Schluss von Stichprobendaten auf den konkreten Einzelfall zulässig, etwa anhand von Basisraten? Welches Verfahren und welche Vergleichsgruppe sind geeignet? Wie sollte die Einschätzung gegenüber Auftraggeber/innen kommuniziert werden?

    Unter Bezugnahme auf die neuen Empfehlungen für die Erstellung von Prognosegutachten (Boetticher et al., 2019, NStZ; Kröber et al., 2019, NStZ) werden zunächst die allgemeinen Erwartungen an Kriminalprognosen erläutert. Daraufhin wer- den gängige Verfahren zur Kriminalprognose vorgestellt (konkret: Beispiele für strukturierte und aktuarische Prognoseinstrumente). Schließlich wird eine Methodik demonstriert (und in der Gruppe eingeübt), wie das individuelle Risiko relativ zum Durchschnitt beurteilt werden kann, einschließlich Empfehlungen für die Risikokommunikation.

    Weitere Informationen

    Die Anerkennung als Weiterbildungsveranstaltung bei der nordrhein-westfälischen Landesärztekammer, der nordrheinwestfälischen Psychotherapeutenkammer und im Rahmen des Weiterbildungscurriculums „Fachpsychologe/in für Rechtspsychologie“ wird beantragt. Die Teilnahme an dem Tagesseminar kann für das Zertifikatsstudium „Psychologie für Rechtsberufe“ (ab Wintersemester 2020/21) angerechnet werden.

  • Studieninhalte und -organisation

    Familienrechtspsychologische Gutachten liefern im Kontext familienrechtlicher Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Entscheidungsfindung. Die Qualität familienrechtspsychologischer Gutachten ist jedoch häufig Gegenstand kontroverser Bewertungen. In der psychologischen Diagnostik gibt es klar definierte Standards für die Qualität familienrechtspsychologische Gutachten. Das Seminar befähigt die Teilnehmer/innen, familienrechtspsychologische Gutachten daraufhin zu beurteilen, ob es diese Standards erfüllt.

    In dem Tagesseminar werden zunächst die Prinzipien des Aufbaus eines sachgerechten familienrechtspsychologischen Gutachtens vermittelt und die wesentlichen psychologischdiagnostischen Instrumente erläutert. Anhand der von der Arbeitsgruppe Familienrechtliche Gutachten (2019) erarbeiteten Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht werden anschließend zentrale Qualitätsmerkmale praxisorientiert vorgestellt. Die Beurteilung von Gutachten wird anhand von Fallanalysen geübt.

    Weitere Informationen

    Die Anerkennung als Weiterbildungsveranstaltung bei der nordrhein-westfälischen Landesärztekammer, der nordrheinwestfälischen Psychotherapeutenkammer und im Rahmen des Weiterbildungscurriculums „Fachpsychologe/in für Rechtspsychologie“ wird beantragt. Die Teilnahme an dem Tagesseminar kann für das Zertifikatsstudium „Psychologie für Rechtsberufe“ (ab Wintersemester 2020/21) angerechnet werden.


Referierende


Individuelle Kriminalprognose

Prof. Dr. Andreas Mokros leitet das Lehrgebiet Persönlichkeits-, Rechtspsychologie und Diagnostik an der FernUniversität in Hagen. Studium der Psychologie an den Universitäten Bochum und Liverpool; Promotion an der Bergischen Universität Wuppertal; Habilitation an der Universität Regensburg. Er war an forensisch-psychiatrischen Kliniken in Lippstadt-Eickelborn, Regensburg und Zürich tätig und ist Fachpsychologe für Rechtspsychologie (BDP/DGPs, FSP).

Mokros Andreas PersoenlichkeitspsychologieFoto: FernUniversität
Prof. Andreas Mokros

Familienrechtspsychologische Gutachten

Prof. Dr. Stefan Stürmer leitet das Lehrgebiet Sozialpsychologie, Prof. Dr. Christel Salewski ist Leiterin des Lehrgebiets Gesundheitspsychologie an der FernUniversität in Hagen. Sie haben gemeinsam die Hagener Studie zur Qualität familienrechtspsychologischer Gutachten durchgeführt und den Forschungsschwerpunkt Rechtspsychologie an der Fakultät für Psychologie mitbegründet.

Stefan-stuermerFoto: Hardy Welsch

Prof. Stefan Stürmer

C SalewskiFoto: Privat
Prof. Christel Salewski

Ihre Ansprechpartnerin

Angelika Langwald Foto: Hardy Welsch

Angelika Langwald

E-Mail: info-weiterbildung

Telefon: +49 2331 987-2537

Programmkoordinatorin, Institut für wissenschaftliche Weiterbildung der FernUniversität in Hagen

Webredaktion Studium | 02.07.2020