13. Studienwoche Literatur- und Medienwissenschaft 2018

Allgemeine Erläuterungen zur Studienwoche

Ohne Außenseiter geht es nicht. Es gibt sie in allen Bereichen und sie erfüllen eine notwendige Funktion in jeder Kultur. Jemand kann sich ungewollt in die Position des Außenseiters versetzt sehen, jemand kann sich entscheiden, ein Außenseiter sein zu wollen. Die Frage ist immer, wie man damit umgeht. Für die Bearbeitung dieser Frage stellen Erzählungen und Darstellungen in Literatur und Medien die entscheidenden Modelle bereit. So kann der Außenseiter in verschiedener Weise zum Opfer werden oder aber zum Helden. Denn auch Helden (und Heldinnen) sind Außenseiter. Die Weltliteratur kennt daher viele große Außenseiterfiguren: von Kassandra bis Michael Kohlhaas, von Bartleby bis zum Käthchen von Heilbronn. Nicht minder der Film. Man denke an Citizen Kane von Orson Welles oder Belle de Jour von Luis Bunuel. Aber nicht nur auf der Ebene der Figuren, sondern auch auf der Ebene der Produzenten – der literarischen und filmischen Autoren – gibt es berühmte Außenseiter wie etwa Friedrich Hölderlin oder Karoline von Günderode, Franz Kafka oder Rainer Werner Fassbinder.

Die Studienwoche wird sich – unter Berücksichtigung beider Ebenen – einer Auswahl von Außenseitern widmen. Dabei soll der Blick – was die Figuren betrifft – freilich nicht nur auf die großen unzweifelhaften Außenseiter gerichtet werden, sondern auch auf die weniger offensichtlichen Gestalten, deren Außenseiterposition erst durch die literarischen und filmischen Verfahren sichtbar gemacht und thematisiert wird.