13. Studienwoche Literatur- und Medienwissenschaft 2018

Illustration

Nils Jablonski, M.A.

Seminar: Vampire in Literatur und Film


Termine: Montag, 4. Juni 2018, bis Donnerstag, 7. Juni 2018, jeweils 17:15 – 18:45 Uhr

Raum: Gebäude 3, Universitätsstr. 11, Raum D 005/ D 006

Anmeldung: Bitte keine gesonderte Anmeldung! Teilen Sie bei Ihrer Anmeldung zur Studienwoche aber mit, ob Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen wollen.

Erläuterungen:

Der Vampir ist nicht nur ein ‚Medienliebling‘, wie es Claudia Pütz in ihrer Untersuchung zu dieser literarischen Figur herausstellt, er ist vor allem ein Außenseiter. Als solcher avanciert der blutsaugende Wiedergänger seit seiner Popularisierung durch Bram Stokers Dracula und die ersten Verfilmungen dieses Romans zur topischen Figur eines spezifischen Typus von Monster, der konstitutiv ist für das nach ihm benannte Subgenre des sog. ‚Vampirfilms‘. Aus einer medienästhetischen Perspektive sollen im Seminar filmische Inszenierungen des Vampirs in (aktuellen) Spielfilmen wie u.a. Shadow of the Vampire (USA/GB/LUX 2000, Regie: E. Elias Merhige), Twilight (USA 2008, Regie: Catherine Hardwicke), Let Me In (USA 2010, Regie: Matt Reeves) oder A Girl Walks Home Alone at Night (USA 2014, Regie: Ana Lily Amirpour) untersucht werden. Als gewissermaßen ‚automatisierte Folie‘ bildet Stokers Roman die gemeinsame Arbeitsgrundlage für die Seminardiskussion, weshalb die vorangehende Lektüre von Dracula die Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar darstellt (Bram Stoker: Dracula, übersetzt von Andreas Nohl, München: dtv 2014). Die medienästhetische Untersuchung der verschiedenen Vampir-Inszenierungen und ihrer genrespezifischen Verfahren wird mit Bezug auf einschlägige Literatur (insbesondere der englischsprachigen Fantastikforschung) um eine kultursemiotische Perspektive erweitert. Diese macht im Außenseiter Vampir die Figuration eines ‚kulturellen Anderen‘ lesbar. Vor diesem Hintergrund lässt sich fragen, inwieweit die Funktion des untoten Revenants in der kollektiven Artikulation eines gewissermaßen ‚integrierenden Ausschlusses‘ von tabuisiertem Begehren und verdrängter Furcht liegt. Durch die Arbeit an und mit den filmischen Artefakten übt das Seminar in elementare literatur- und medienwissenschaftliche Arbeitsweisen ein und fundiert dabei die notwendigen terminologischen Voraussetzungen für eine neoformalistische Filmanalyse. Das Seminarprogramm einschließlich einer Bibliographie mit weiterführender Literatur wird rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn per E-Mail bekannt gegeben.

Anfragen zu dieser Veranstaltung richten Sie bitte an:
nils.jablonski@fernuni-hagen.de