Gendermonitor der FernUniversität in Hagen

Daten, Zahlen und Fakten zur Gleichstellungssituation

Auf diesen Seiten informieren wir Sie regelmäßig zu der Entwicklung der Gleichstellungssituation an der FernUniversität in Hagen. Grundlage dafür ist der jährlich erscheinende Gendermonitor, welcher gleichstellungsrelevante Daten und Zahlen an der FernUniversität bündelt.

Abbildung: Gender Monitor der FernUniversität Foto: FernUniversität

Der erste Gendermonitor 2019 (PDF 6 MB) wurde vor Kurzem veröffentlicht und stellt die Gleichstellungssituation des Jahres 2018 dar. Ende 2020 wird auf dieser Seite der Gendermonitor 2020 - zur Datenlage des Jahres 2019 - erscheinen.

Von nun an wird der Bericht jährlich die aktuelle Gleichstellungssituation an der FernUniversität in Form von Zahlen und Fakten für alle Interessierten transparent machen. Der Gendermonitor bietet einen umfassenden und anschaulichen Blick auf die Geschlechterverhältnisse an der FernUniversität - von den Studierenden, über die Mitarbeitenden bis hin zur Professor*innenschaft. Mit dem Gendermonitor möchten wir über die aktuelle Gleichstellungssituation informieren, für Geschlechter(un)gerechtigkeiten sensibilisieren und Denkanstöße für die Herstellung von Chancengleichheit geben.

Gerne möchten wir Sie auch dazu einladen, Rückmeldungen oder Anregungen zu geben und mit uns ins Gespräch zu kommen. Bei Fragen und Anmerkungen, kontaktieren Sie uns gerne:

E-Mail: sarah.oberkrome
E-Mail: koordination.gleichstellung

 

Zentrale Ergebnisse der Gendermonitors 2019

Frauenanteile an der FernUniversität und "Leaky Pipeline"

Die Abbildung zeigt die Frauenanteile an der FernUiversität in 2018. Diese sind wie folgt: 64 Prozent Nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen,57 Prozent Studienabsolventinnen, 52 Prozent Studienanfängerinnen, 47 Prozent Studierende, 44 Prozent Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, 37 Prozent Promovierende Frauen, 34 Prozent Promovierte Frauen, 30 Prozent Professorinnen Abbildung: FernUniversität
Frauenanteile an der FernUniversität in 2018

Mit der Metapher der Leaky Pipeline („undichte Leitung“) wird das Phänomen bezeichnet, dass mit zunehmender Qualifikationsstufe im akademischen Bereich der Anteil von Frauen im Vergleich zu Männern abnimmt.

Der Einbruch der Frauenanteile liegt zwischen Studienabschluss und Promotion. Auf Ebene der Studierenden sind Frauen fast ausgeglichen mit 47 % vertreten und stellen ganze 57 % der Studienabschlüsse. Den Weg zu einer Promotion finden jedoch ungleich weniger Frauen. Nur noch 37 % der Promovierenden sind Frauen und nur 34 % der abgeschlossenen Promotionen entfallen auf Frauen.
Bei den Promovierenden und abgeschlossenen Promotionen sind Frauen somit weitaus seltener vertreten, obwohl sie bei den Studienabschlüssen noch eine kleine Mehrheit bilden. Nur 30 % der Professuren sind mit Frauen besetzt.

Frauen gehen also auf dem Weg zur höchsten Qualifikationsstufe verloren: hier zeigt sich der Leaky Pipeline-Effekt.

Die FernUniversität ist sich dieses Effekts bewusst und hat Maßnahmen entwickelt, um ihm entgegen zu wirken und Frauen bei ihrer Karriere in der Wissenschaft zu fördern. Dazu gehören etwa spezielle Frauennetzwerke, wie das Netzwerk Promovendinnen oder das Netzwerk Habilitandinnen, Mentoring für den wissenschaftlichen Nachwuchs und andere Möglichkeiten zur finanziellen Förderung.

Die Abbildung zeigt ein Scherendiagramm, welches den Qualifikationsverlauf von Karrierewegen in der Wissenschaft abbildet. Dabei gibt das Diagramm die jeweiligen Frauen- und Männeranteile in Prozent für das Jahr 2018 an. Die Qualifikationsstufen werden mit Linien für den Anteil von Frauen (schwarze Linie) und den Anteil von Männern (rote Linie) dargestellt. Die beiden Linien öffnen sich ab der Qualifikationsstufe Promovierende wie eine Schere. Folgende Anteile werden gezeigt: 
Studierende: Frauenanteil 47 Prozent, Männeranteil 53 Prozent
Studienabschlüsse: Frauenanteil 57 Prozent, Männeranteil 43 Prozent
Promovierende: Frauenanteil 37 Prozent, Männeranteil 63 Prozent
Promotionen: Frauenanteil 34 Prozent, Männeranteil 66 Prozent
Habilitationen: Frauenanteil 33 Prozent, Männeranteil 67 Prozent
Professuren: Frauenanteil 30 Prozent, Männeranteil 70 Prozent
Abbildung: FernUniversität
Leaky Pipeline: Prozentuale Frauen- und Männeranteile an den Statusgruppen in 2018
 

Entwicklung der Professorinnenanteile

Seit 2016 kann die FernUniversität einen höheren Professorinnenanteil aufweisen als der Bundesdurchschnitt, 2018 liegt der Anteil an Professorinnen mit 30 % auch über dem NRW-Landesdurchschnitt.

Wie die Abbildung zeigt, ist die Zunahme jedoch nicht immer konstant. Dies liegt daran, dass es an der FernUniversität nur vergleichsweise wenig Professuren gibt und sich so auch schon kleinere Fluktuationen auf Anteilswerte auswirken können. Daher ist die FernUniversität mit anderen Universitäten schwer vergleichbar, da viele über wesentlich mehr Professuren verfügen.

Ein Frauenanteil von 30 % ist dennoch ein Ansporn, langfristig eine Parität von 50 % zu erreichen und die Entwicklung konstant zu halten.

Die Abbildung zeigt ein Liniendiagramm, welches den Professorinnenanteil an FernUniversität (blaue Linie), Bund (orangene Linie) und NRW (graue Linie) für die Jahre 2011 bis 2018 miteinander in Vergleich setzt. Folgende Professorinnenanteile werden unter anderem gezeigt:
FernUniversität: 18 Prozent in 2011, 22 Prozent in 2015, 30 Prozent in 2018
Bund: 20 Prozent in 2011, 23 Prozent in 2015, 25 Prozent in 2018
NRW: 20 Prozent in 2011, 24 Prozent in 2015, 26 Prozent in 2018 Abbildung: FernUniversität
Prozentualer Professorinnenanteil im bundes- und landesweiten Vergleich im Zeitverlauf
Gleichstellung | 28.04.2020