In Preußen führt der Kunstraub durch Napoleon, der einen ersten Anlauf der öffentlichen Präsentation der Künste aus den Berliner Schlössern abrupt enden lässt, zu einer intensiven Bemühung um die Rückführung der geraubten Güter. Als diese nach 1815 an ihren Ursprungsort Berlin zurückkehren, wird die königliche Kunstsammlung nicht länger dem Privatbesitz des Königs zugeordnet, sondern in einem öffentlichen Museum als nationales Gut dem gesamten Volk zugeeignet. Die folgenden Beiträge rekonstruieren den Weg der Kunst vom Instrument fürstlicher Selbstdarstellung zum öffentlichen Gut ausgehend von den bürgerlichen Sammlungen und Kunstkabinetten des 18. Jahrhunderts.
Die Entdeckung der „Kunst als Kulturgut“ hat ihren geschichtlichen Ursprung in der politischen Neuordnung Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach dem Ende des ‚Heiligen Römischen Reiches‘ wird im Zuge der Ablösung des Absolutismus Kunst als kulturelles Gut wahrgenommen. Die Künste sind nicht länger vorrangig Gegenstand des Kultus bzw. Mittel fürstlicher Machtdemonstration; Kunst wird vielmehr zu einem Medium der politischen Neugestaltung. Die folgenden Beiträge dokumentieren an einer privaten Kunstsammlung, der Sammlung der Brüder Boisserée, und den Streit um die Sammlung und die Präsentation der Kunst im Berliner Alten Museum den Weg der Kunst zum ‚Kulturgut‘.
Die Diskussion um die Bedeutung des Museums wird in den hier präsentierten Beiträgen zum Anlass genommen, den Blick zurück zu den Anfängen der Museumsidee, insbesondere zur Idee des Kunstmuseums, zu lenken. Diese Anfänge sind aber, ebenso wie die Idee der Kunstgeschichte überhaupt, unlösbar mit dem Namen Hegels verknüpft. Vor diesem Hintergrund analysieren die Beiträge die Verknüpfung von Musealisierung und Reflexion, die Hegel als konstitutives Merkmal einer modernen Gesellschaft bestimmt hatte.
1. Die hier frei zugänglichen Aufsatzbeiträge finden sich teilweise wieder und werden ergänzt durch weitere im Kurs Nr. 03385, Kunst als Kulturgut, im Sommersemester 2011 belegbar im Akademiestudium.
Die Bearbeitung des Kurses ist mit einer Bearbeitungszeit von insgesamt etwa 30 Arbeitsstunden veranschlagt, die Bearbeitung eines einzelnen Beitrags entsprechend mit etwa drei Arbeitsstunden.
2. Die reguläre Bearbeitung des Kurses im Studiengang wird ab dem Wintersemester 2011/12 als Teil des Moduls P4, Kulturphilosophie, im Rahmen des BA Kulturwissenschaften möglich sein.
3. Die angebotenen Beiträge wurden zusätzlich im Kontext weiterer Untersuchungen zu den Themenbereichen
Die Sammlung Boisserée
"Kunst“ und "Staat"
Musealisierung und Reflexion
unter dem Gesamttitel Kunst als Kulturgut (herausgegeben von Annemarie Gehtmann-Siefert, Bernadette Collenberg-Plotnikov und Elisabeth Weisser-Lohmann) veröffentlicht.
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